Klingeltöne die nicht nerven


Als gegen Ende der 90er endlich fast jeder ein Mobiltelefon hatte, reichte es schon nicht mehr, bloß eines zu haben. Trotzdem konnte man am Klingelton erkennen, von welcher Firma das Gerät war. Wer erinnert sich nicht an die einfachen Melodien… Vor ein paar Jahren dann, wurde es modern, mit kreativen Klingeltönen auf sich aufmerksam zu machen.

 

Sensible Zeitgenossen schalteten ihr Handy schon damals ausschließlich auf Vibrationsalarm. Trotzdem sprang die Industrie schnell auf den Zug auf. Von überall her schallte es plötzlich Musikfetzen und Tiergeräusche. Es gab jetzt eine Vielzahl von Anbietern für Klingeltöne. Diese brachten im Grunde aber nichts Neues, weil der Überraschungseffekt relativ schnell verflogen war und es nur noch nervte, wenn laute Rockmusik unterm Sonnensegel ertönt und unvermittelt die schönste Biergartenidylle zerreißt. 

 

Dies ist der Grund, warum in letzter Zeit ein gewisses Understatement in die heutigen Handys Einzug gehalten hat. Langsam anschwellende Töne, die je nach Lautstärke der Umgebung, erst auf sich aufmerksam machen, wenn sie selber leicht darüber liegen. Vor allem aber, kann jeder Beteiligte für sich entscheiden, ob er der Wahl des Tones Aufmerksamkeit schenkt oder nicht. Laut sein kann wirklich jeder, aber aus dem Notwendigen ein dezentes Angebot zu machen, dazu gehört Überlegung. Wer einen solchen Klingelton selber machen möchte, hat meistens bereits das passende Equipment, ohne es selber zu wissen. Fast jedes Handy besitzt eine Aufnahmefunktion, mit der man einen Gong oder das Hochschnellen eines Rollos ertönen lassen kann, wenn man sie vorher mitgeschnitten hat.

 

Auch die Behauptung, dass fast jeder Haushalt über einen PC verfügt, ist nicht zu weit hergeholt. Diese besitzen eine Soundkarte mit Ein- und Ausgang. Verbindet man beide, braucht man nur noch einen angenehmen Song, oder Ton, und das Freewareprogramm Audacity. Man lädt die Datei (Wav, mp3) in das Programm, schneidet Teile davon weg, bis der Refrain übrig bleibt, klickt auf „Record“ und fährt über die Dauer des Stückes die Lautstärke hoch. Die fertige Datei bringt man in das richtige Format und kopiert es dann aufs Handy. Pronto!